

Viel Raum zum Durchatmen
Freiham ist ein Stadtteil mit vielen öffentlichen Räumen: kleine und große Parks, Grünflächen und Plätze laden ein zum Draußensein. Man kann Nachbarn treffen, an der frischen Luft sein, sich bewegen oder auf einer Bank sitzen, Leute und Tiere beobachten und Grün genießen. Und das ohne Eintritt oder Verzehrzwang.
Freihamer Park
Im Westen des Stadtteils wird der „Freihamer Park“ entstehen. Mit zirka 60 Hektar wird es der größte, der in den nächsten Jahren im Stadtgebiet geplant und gebaut wird. Zum Vergleich: der Westpark hat eine ähnliche Größe. Die Fläche zwischen der A99, der S-Bahnlinie München-Geltendorf und der Bodenseestraße wird, wie alle anderen großen Münchner Parks, eine überörtliche Anziehungskraft entfalten. Der Park wird abschnittsweise realisiert. So können gezielt künftige Bedarfe eingebunden werden. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass ein ganzheitlich erlebbarer Freiraum für alle Altersgruppen entsteht.
Das Strukturkonzept für den Freihamer Park berücksichtigt die aktuellen Rahmenbedingungen wie den sechsspurigen Ausbau der Autobahn A99 mit den notwendigen Lärmschutzmaßnahmen und die geplante Verlängerung der U5 West von Pasing nach Freiham. Darüber hinaus sind unter anderem die Anforderungen hinsichtlich der Klimaanpassung, der Förderung der Biodiversität, Angebote für Veranstaltungen und Gastronomie sowie die Verortung von Spiel- und Sportangeboten in der Konzeption integriert. Das Konzept schlägt auch zwei Seen vor. Ob diese umsetzbar sind, wird in den nächsten Planungsschritten geprüft.
Die Besonderheit am Strukturkonzept ist, dass der Park nicht wie bisher auf Basis eines konkreten Gesamtplans entwickelt wird, sondern durch die Festlegung der oben beschriebenen Elemente ein Grundgerüst bereitsteht. Dieses Gerüst bildet den Rahmen für ein stimmiges, vielfältiges und funktionales, aber auch weiterhin flexibles Gesamtkonzept. Dies ist nötig, weil die zeitliche Umsetzung des Freihamer Parks maßgeblich von verschiedenen Faktoren abhängt. Dazu gehören unter anderem die bereits genannten und geplanten Baumaßnahmen, der Abschluss der angrenzenden Siedlungsentwicklung sowie die Verfügbarkeit der Grundstücke, die für den Park benötigt werden. All diese Rahmenbedingungen führen dazu, dass unterschiedliche Flächen des zukünftigen Parks zu unterschiedlichen Zeitpunkten für eine Realisierung zur Verfügung stehen.
Den Stadtratsbeschluss zum Strukturkonzept können Sie von der Internetseite www.muenchen.de. runterladen. Bitte beachten Sie: Im Rahmen der weiteren Schritte bis zur Baugenehmigung kann es zu Änderungen am Konzept kommen.
Erstausbau von Jugendspiel-, Sport und Freizeitangeboten.
Im südlichen Abschnitt des zukünftigen Freihamer Parks steht eine rund fünf Hektar große Fläche für einen zeitnahen Erstausbau mit einem Fokus auf Freizeitangebote für Jugendliche zur Verfügung. Für dieses Planungskonzept hat das Baureferat (Gartenbau) im Mai 2025 eine Jugendbeteiligung in Kooperation mit den ansässigen Jugendfreizeitstätten durchgeführt. Jugendliche konnten ihre Ideen, Beobachtungen und Wünsche einbringen, die anschließend geprüft und weitgehend in die Planung übernommen wurden. Die Präsentation der Pläne beim Tag der offenen Türen in Freiham 2025 stieß auf positive Resonanz. Ergänzende Hinweise wurden geprüft und soweit möglich in die weitere Planung aufgenommen.
Die geplanten Sportflächen bieten Raum für klassische Sportarten wie Basket-, Street- und Fußball sowie neue Trendsportarten wie Pickle- und Teqball. Ein Boulder-Würfel in der Mitte ist ein zentraler Anziehungs- und Treffpunkt. Calisthenicsgeräte zum individuellen Training von Kraft, Koordination und Balance schließen an eine Parkouranlage an. Im Rahmen der Baugenehmigungen kann es hier noch zu Veränderungen kommen.
Grünband Neuaubing-Freiham und Grünfinger
Das Grünband Neuaubing-Freiham bildet die grüne Verbindung zwischen beiden Vierteln. Bäume unterschiedlicher Arten, Spielflächen, Sitzterrassen und Wiesen gestalten den neuen Grünzug, der sich von Nord nach Süd vom Friedhof Aubing bis zur Wiesentfelser Straße erstreckt. Insgesamt ist das Grünband fast einen Kilometer lang. Es beginnt im Norden an der nördlichen Aubinger Allee als schmaler Streifen neben der neuen Grundschule. Südlich der Pretzfelder Straße wird es breiter, im Durchschnitt ungefähr 55 Meter. Im Osten des Gebietes schließt ein Gehölzwall an, der als Biotop kartiert ist. Das Biotop bleibt erhalten und leistet weiterhin einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.
Auf Höhe der Wiesentfelser Straße schließt das Grünband Neuaubing-Freiham an den sogenannten „Grünfinger“ an, der es in Ost-West-Richtung mit dem geplanten Landschaftspark verbindet. Damit entsteht eine großzügige, durchgehende Grünverbindung. Das Grünband Neuaubing-Freiham ist bereits fertig und lädt zu Spaziergängen zwischen Freiham und Neuaubing ein. Der erste Abschnitt des Grünfingers zwischen Wiesentfelser Straße und Aubinger Allee ist ebenfalls bereits fertiggestellt.
Freihamer Anger
Der Freihamer Anger ist das zentrale, grüne Rückgrat Freihams. Er verläuft in Nord-Süd-Richtung entlang des Hans-Clarin-Weges von der Otto-Meitinger-Straße bis zur Gustl-Bayrhammer-Straße. Die Radwegverbindung führt weiter bis zum Stadtteilzentrum an der Helmut-Schmidt-Allee. Diese Achse steht ausschließlich dem Fuß- und Radverkehr zur Verfügung. Der Anger ist Münchens erste autofreie Fahrradstraße: ein vier Meter breiter Zweirichtungsradweg auf der Westseite und ein drei Meter breiter Gehweg auf der Ostseite. Diese Nahmobilitätsachse ist eine kleine städtebauliche Revolution, denn sie steht ausschließlich dem Rad- und Fußverkehr zur Verfügung und ermöglicht damit eine klimafreundliche und sichere Mobilität, insbesondere für Kinder und Seniorinnen. Poller verhindern, dass Kfz die Fahrradstraße befahren, womit für den Radverkehr eine kontinuierliche und zügige Befahrbarkeit ermöglicht wird. Die Fahrradstraße hat an den kreuzenden Straßen Vorfahrt gegenüber Auto und Co. Um dies deutlich sichtbar zu machen, wurden kreuzende Straßen auf 4,50 verengt und die Radlfurt rot eingefärbt. Die angrenzenden Freiflächen des Angers bilden einen grünen öffentlichen Freiraum mit hoher Aufenthalts- und ökologischer Qualität. Im Quartierszentrum entsteht eine zentrale Platzfläche mit Brunnen, die dem Schwammstadtprinzip entspricht. Regenwasserversickerung, Regenrückhalt und Verdunstung an heißen Sommertagen tragen den Zielen einer klimaresilienten Stadtgestaltung Rechnung. Zwölf neue Bäume werden dort ein Sitzen im Schatten auf diversen Sitzgelegenheiten ermöglichen. Zentrales Gestaltungselement ist ein für Kinder bespielbarer Brunnen. Ganz im Süden der Wegeverbindung wird das Baureferat entlang der Helmut-Schmidt-Allee eine weitere Platzfläche herstellen. Die Grünflächen entlang des Angers bieten Spiel- und Liegewiesen sowie Blumenwiesen als Habitate für Flora und Fauna. Das Planungskonzept sieht drei Spielbereiche für Kinder unterschiedlicher Altersgruppen vor. Für die Gestaltung der Spielflächen wurde im Juli 2021 mit den Schüler*innen der Grundschule an der Gustl-Bayrhammer-Straße ein Beteiligungsverfahren durchgeführt. Fahrradstellplätze sind in unmittelbarer Nähe der Spielplätze bzw. Aufenthaltsflächen aufgestellt. Insgesamt wurden oder werden noch 213 neue Bäume im Bereich des Angers gepflanzt, kein einziger Baum muss entfernt werden. Es werden Bänke, Mülleimer und Fahrradstellplätze in ausreichender Anzahl aufgestellt. Die öffentlichen Verkehrsflächen wurden im Sommer 2024 fertiggestellt. Die Platzfläche ganz im Süden folgt, wenn die angrenzende Helmut-Schmidt-Allee endgültig hergestellt wird, womit 2027 zu rechnen ist. Das letzte Teilstück der Radwegverbindung inklusive Platzfläche erfolgt mit endgültiger Fertigstellung der Helmut-Schmidt-Allee frühestens 2027. Hier können Sie sich einen Plan des Freihamer Angers anschaun. Und hier finden Sie den Stadtratsbeschluss.

Freiluftgarten
Im Grünband Neuaubing-Freiham befindet sich auch der so genannte „Freihamer Freiluftgarten“, ein Projekt des Nachbarschaftstreffs Freiham. Die Fläche ist für gemeinschaftliches Gärtnern von Nachbarn aus Freiham und Neuaubing vorgesehen. Auf ca. 850 Quadratmetern gibt es mehrere Beete und einen kleinen Schuppen für Gartengeräte. Die Fläche gehört der Landeshauptstadt München, der Nachbarschaftstreff Freiham des KINDERSCHUTZ MÜNCHEN ist Ansprechpartner vor Ort. Wer Lust hat mitzumachen, ist herzlich willkommen! Egal, ob Gartenprofi oder Pflanzneuling, ob jung oder alt: Im Garten findet sich für jede und jeden eine passende Aufgabe. Und dank zweier unterfahrbarer Hochbeete können auch Menschen, die sich nicht gut bücken können oder einen Rollstuhl/Rollator benutzen, einfach mitgärtnern. Hier gibt’s weitere Informationen!
Bereits vor dem Freiluftgarten gab es Projekte, die lokale Lebensmittel und Gemeinschaft in den Mittelpunkt gestellt haben. Wer mehr wissen will, findet hier mehr Informationen!

Freiham Folly
Im Grünband befindet sich zudem das erste Kunstwerk des neuen Stadtquartiers: Seit 2019 steht dort der „Freiham Folly“ des Künstlerduos Heike Mutter und Ulrich Genth als gut sichtbarer Orientierungspunkt. Realisiert wurde das Kunstwerk durch QUIVID, das Kunst-am-Bau-Programm der Stadt München. Die Turmskulptur Freiham Folly soll an einen Maibaum, ein Minarett und die Zwiebel eines bayrischen Kirchturms erinnern und damit die kulturelle Vielfalt in der Nachbarschaft widerspiegeln. Aber auch andere Assoziationen sind erlaubt und erwünscht: „Folly“ heißt auf Deutsch „Verrücktheit“ und wird als Begriff auch für ungewöhnliche Zierbauten in der Architektur und Gartenkunst verwendet. Der Freiham Folly ist über 20 Meter hoch. Die Oberfläche besteht aus Kupferblechen, die ihre Farben im Laufe der Zeit verändern werden.
Hier der Link zum Kunstwerk Freiham Folly.
Stadtteilzentrum und Mahatma-Gandhi-Platz

Neben den vielen Grünflächen gibt es auch urbane Plätze, die zum Verweilen einladen. Der Mahatma-Gandhi-Platz ist das Herzstück des öffentlichen Lebens in Freiham. Er ist als Fußgängerzone angelegt. Hier gibt es Einzelhandel, Restaurants, Cafés und weitere öffentliche Dienstleistungen. Südlich der Bodenseestraße befindet sich der Umsteigebereich für den öffentlichen Personennahverkehr. Von hier aus wird das Stadtteilzentrum mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen. Die zentrale Erschließungsachse des künftigen Stadtteils Freiham wird die sogenannte Aubinger Allee mit vier Baumreihen sein. Vom Mahatma-Gandhi-Platz erstreckt sich die Allee nach Norden entlang der Wohnquartiere des 1. Realisierungsabschnitts und des Aubinger Friedhofs bis zum Germeringer Weg. Die Aubinger Allee ist nach Westen hin auch die Nahtstelle für den zukünftig noch ausstehenden 2. Realisierungsabschnitt. Da südlich des Platzes in den nächsten Jahren noch mehrere Baumaßnahmen fertigzustellen sind, wird der Platz zunächst mit einem hochwertigen Provisorium hergestellt.
Die öffentlichen Flächen in der Amalie-Nacken-, Emilie-Maurer-, Rosa-Kempf- und Margarete-Vollmar-Straße sowie auf dem zentralen Mahatma-Gandhi-Platz sind als Fußgängerzone mit freiem Radverkehr ausgewiesen. Viel Grün und eine Fußgängerzone, durch die der Anlieferverkehr, Fahrräder und der Bus fahren dürfen: Freiham setzt Maßstäbe bei Stadtgestaltung und klimafreundlicher Mobilität. Dieses Provisorium wird voraussichtlich bis in die dreißiger Jahre Bestand haben.
Für die Planung des endgültigen Ausbaus fehlt derzeit noch die Grundlage – die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der Trambahnlinie von der Amalienburgstraße nach Freiham, auf der dann aufbauend unter anderem die Querung zwischen Stadtteilzentrum und S-Bahn-Halt Freiham über die Bodenseestraße geklärt werden muss. Die öffentlichen Flächen des Stadtteilzentrums haben eine Größe von insgesamt rund 16.000 Quadratmeter. Der Bus- und Radverkehr wird durch das Stadtteilzentrum, die Amalie-Nacken-Straße, über die Bodenseestraße zum S-Bahn-Halt Freiham auf einer eigenen Fahrbahn geführt. In der Amalie-Nacken-Straße gibt es jeweils eine barrierefreie Bushaltestelle pro Richtung.
Die provisorische Ausgestaltung der Oberflächen des künftigen Stadtteilzentrums ermöglicht alle erforderlichen Verkehrsbeziehungen für den Bus-, Rad- sowie Fußverkehr und schafft befestigte Flächen für die vorgesehene Marktnutzung und Freischankflächen. Dabei werden, insbesondere aus ökologischen Gründen, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen, so wenige Flächen wie notwendig versiegelt und so viele Flächen wie möglich biodiversitätswirksam begrünt. Das Baureferat hat rund 5.000 Quadratmeter Fläche mit Gräsern, Stauden und schattenspendenden Großsträuchern angelegt. Die Entwässerung der Gehbahnbereiche erfolgt oberflächennah nach dem Prinzip der Schwammstadt in die zahlreichen Grünflächen. Die Kombination von Bepflanzung und ortsnaher Entwässerung über Mulden der vielen Grünflächen hat einen positiven kühlenden Effekt auf das Mikroklima.
Die intensive Grünausstattung und zudem rund 200 Sitzplätze bieten Aufenthaltsqualität. Zusätzlich gibt es circa 150 Stellplätze für Fahrräder. Die befestigten Flächen sind barrierefrei hergestellt und mit einem hellen Quarzit abgestreut, um Sonneneinstrahlung zu reflektieren und die starke Aufheizung des Belages zu vermeiden. Für die Straßenbeleuchtung des Stadtteilzentrums wird energieeffiziente und insektenfreundliche LED-Technik eingesetzt. Aufgrund des provisorischen Charakters der Oberflächengestaltung musste zunächst auf Bäume und aufwändige Ausstattungsobjekte wie Brunnenanlagen verzichtet werden, um Vorfestlegungen und verlorenen Bauaufwand zu vermeiden.
Hier gibt es weitere Informationen zum Mahatma-Gandhi-Platz.
